gday-australia_4.0
SEP
28

uluru, tag 1

Es ist immer wieder etwas ganz besonderes wenn man nach endlos erscheinender Fahrt Uluru endlich erblickt. Der erste Blick auf dieses Rote Ding ist, selbst für jemanden der darauf vorbereitet ist, atemberaubend. Man meint sofort anhalten zu müssen und tausend Fotos zu schießen um diesen Moment festzuhalten. Dann verschwindet der rote Felsen unvermittelt aus dem Sichtfeld, nur um nach der nächsten Kurve größer, klarer, kontrastreicher wieder aufzutauchen. Der Drang anzuhalten wird mit jedem neuen Anblick größer – schließlich könnte das phänomenale Teil ja jeden Augenblick in der Erde verschwinden oder von Aliens weggebeamt werden (zumindest meint man das). Nach Entrichtung eines Unkostenbeitrages von 25 AU$ pro per Person darf man sich zumindest sicher sein, dass Uluru für die nächsten drei Tage unverrückbar an derselben Stelle stehen bleiben wird, denn für so lange hat man damit das Eintrittsgeld für den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark entrichtet. Nach einem kurzen Zwischenhalt im Touristenghetto Yulara zwecks Check-In auf den örtlichen Monopol-Campingplatz brechen wir zeitig auf um das erste Schauspiel Namens „Sonnenuntergang“ zu genießen. Die Touristenmassen werden dazu generalstabsmäßig in die Kasten „Bustourist“ und „Individualreisender“ unterteilt und entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu einer dieser Kasten zu den entsprechenden Versammlungspunkten gelotst. Dort dürfen sie dann mehr oder weniger ungehindert dem Moment harren, wo die Sonne sich hinter den Horizont verabschiedet und in den Minuten vorher und nachher eine Vielzahl von Rot- und Brauntönen auf den Felsen projiziert. Ein bisschen kommt uns das vor wie das Warten aufs Christkind: hunderte von Menschen, die meisten großteils im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte starren, mit Videokameras und Fotoapparaten bewaffnet, auf eine große Gesteinsmasse und warten auf etwas vermeintlich besonderes. Dass hinter ihnen ein grandioser Sonnenuntergang den Abendhimmel in leuchtende Rot / Violett / Blautöne taucht übersehen sie dabei. Die Mitglieder der Kaste „Bustouristen“ werden derweil kurz nach Sonnenuntergang schon wieder in ihre Beförderungsmittel verfrachtet und zum Abendessen in ihre Unterkünfte transportiert. Aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass es dabei regelmäßig zu unüberbrückbaren Engpässen kommt (es verhält sich mit dem allabendlichen Ansturm aufs Buffet scheinbar ähnlich wie mit Weihnachten: beides kommt vollkommen unvorhersehbar und doch immer zur selben Zeit).

Bei all den negativ erscheinenden Worten des vorhergehenden Absatzes – der Sonnenuntergang ist ergreifend, fantastisch, bewegend; das Farbspiel und die Kontraste sind einzigartig, die Stimmung trotz der sich um die besten Plätze prügelnden Menschenmassen packend. Aber die besten Szenen (und Dramen) spielen sich abseits der Haupthandlung ab und werden uns mindestens ebenso im Gedächtnis haften bleiben wie der „Main-Event“ selbst.

SEP
29

uluru, tag 2

Den großen Auftrieb zum Sonnenaufgang am Morgen (gleiches Theater, anderer Platz) haben wir uns gespart. Hauptsächlich weil zum Sonnenaufgang die beiden oben erwähnten Kasten sich gemeinsam um die besten Plätze schlagen dürfen, aber auch weil man besonders diszipliniert in seiner Zeiteinteilung sein muss um den Ort des Geschehens rechtzeitig zu erreichen. Unser Alternativprogramm: Ausschlafen mit Extrem-Spät-Frühstücking, dann eine Runde im Pool drehen und anschließend Webseite updaten. Durch Sandwichs als Mittagssnacks gestärkt fahren wir nach Kata Tjuta, auch als „The Olgas“ bekannt. 40km westlich von Uluru gelegen ist diese Sandsteinformation durch ihre Vielfalt für uns noch eindrucksvoller als der bekanntere Monolith. Wir wandern durch das „Valley Of The Winds“. Die roten Kuppeln zeigen bei dieser Wanderung mehr Vielfalt und Kontraste als Uluru und sind bei weitem nicht so überlaufen. Zum Betrachten des Sonnenuntergangs finden sich folglich auch deutlich weniger Menschen dort ein und die Atmosphäre gleicht eher einem Grillfest im Freundeskreis.

SEP
30

uluru - kings canyon

Am letzten Morgen unseres Aufenthaltes im „roten Zentrum“ disziplinieren wir uns dann doch einigermaßen und stehen mit den übrigen Touris auf. Allerdings nicht um dem Auftrieb zum Sonnenaufgang zu folgen, sondern um den Wanderweg rund um Uluru für uns zu haben. 11km „ein mal um den Pudding“ führt der Rundweg und aus der Nähe offenbart der Fels ein ganz anders Gesicht wie aus der Ferne. Der Fels ist nicht kompakt oder homogen sondern eine schuppige, fragile Angelegenheit mit vielen Höhlen und Einschnitten. Jede Kurve bietet neue überraschende Ansichten, und sei es nur eine Amerikanerin, die die Umrundung als sportliche Herausforderung sieht und uns in voller Fitness-Montur entgegengewalkt kommt, ihr Alibi-Wasserfläschchen locker schwingend. Wir wenden uns ab von Backpackerinnen mit zu breiten Hintern in zu kurzen Hosen, die mit ihren Flipflops durch den Sand furchen; wir wenden uns ab von japanischen Reisegruppen die wild durcheinander schnattern (wobei sich das immer so anhört als würden sie sich ein Geschwür an den Allerwertesten wünschen); wir wenden uns ab von den Amis in voller Offroad-Montur die im Gänsemarsch dem Busfahrer / Reiseführer hinterherdackeln. Wir überlassen diesen so faszinierenden wie abstoßenden Ort wieder sich selbst und ziehen weiter nach Kings Canyon. Dort hoffen wir auf weniger Touristen und werden nicht enttäuscht.

Nicht minder eindrucksvoll wie die „Solo-Steine“ Uluru und Kata Tjuta liegt Kings Canyon 300km von den ersteren entfernt und daher nicht im Einzugsgebiet des typischen 1,6-Nächte-Touristen (so lange verweilt der statistische Durchschnittsurlauber am Uluru). Die Beherbergungs-Mafia ist aber auch hier in bewährten Händen und erlaubt die Nächtigung ausschließlich in dem einzigen Resort der Gegend – mit ähnlich realitätsfremden Preisen wie am Uluru (ist ja auch der gleiche Betreiber). Wir werden milde gestimmt durch die Platzzuteilung und bekommen einen Platz mit Blick auf den Canyon. Abends werden wir von Dingos skeptisch beäugt, als Beute aber scheinen wir nicht zu taugen.

OCT
01

auf priscillas spuren

Frühes Aufstehen ist das beste Rezept gegen zu große Hitze und dem folgen wir gerne, denn heute wollen wir dem Kings Canyon aufs Dach steigen. Gut gestärkt durch das üppige Frühstück machen wir uns an den steilen Aufstieg und überholen dabei sogleich einige Campingplatznachbarn, die wohl noch nicht im Uluru-Kata Tjuta-Trainingslager waren. Die Sonne heizt für die frühe Tageszeit schon ganz ordentlich ein und die trockene Luft brennt bei jedem Atemholen in den Lungen. Oben angekommen werden wir mit einem fantastischen Panorama für die Qualen entlohnt. Der weitere Rundweg ist großteils eben und mutet im Vergleich zum Aufstieg wie ein Schaufensterbummel an. Zwischen verwitterten Felskuppeln hindurch wandern wir zur Abbruchkante des Canyon, spähen hier und da über die Klippen und würden gerne den einen oder anderen Wanderer über die Kante schubsen – speziell die Sorte „dicke holländische Backpackerin in Flip-Flops“ ist eine ästhetische Herausforderung für uns und passt so gar nicht zur Landschaft.

Die Wanderung um den Kings Canyon glich bei unserem ersten Besuch 2004 eher einem flüchtigen Kennenlernen und deshalb nehmen wir uns jetzt viel mehr Zeit um die Eindrücke aufnehmen zu können. Immer wieder verweilen wir um die unwirkliche Landschaft auf uns wirken zu lassen, schauen minutenlang in den Canyon und wundern uns über das Schuhwerk der anderen Wanderer. Von der Riemchensandale über ausgetretene Sneaker bis zur unsäglichen Trekkingsandale wird auf dem wirklich unwegsamen Gelände so ziemlich alles getragen was die Schuhindustrie hervorbringt. Wanderschuhe, die hier wirklich angebracht sind, trägt fast niemand. Nach drei Stunden haben wir die Gegend ausreichend durchwandert und machen uns an den Abstieg zum Parkplatz, der sich mittlerweile gefüllt hat. Die Tagestouren aus Uluru sind eingetroffen und die Tourguides scheuchen ihre Herde in der prallen Sonne den steilen Anstieg hinauf.

Wir ziehen uns auf den Campground zurück, duschen, springen in den Pool und genießen einen faulen Nachmittag im Schatten. Abends geht es luxuriös-dekadent zum fünfgängigen „Sound Of Firelight“-Dinner mit erlesenen Speisen und Weinen. An edel gedeckten Tischen am offenen Lagerfeuer wird in persönlichen Rahmen (nur vier Tische) eine geschmackliche Explosion nach der anderen serviert. Alle Gerichte sind mit indigenen Gewürzen zubereitet und überraschen mit Geschmacksrichtungen die dem westlichen Gaumen fremd sind. Die Köchin ist Aborigine und eine Seele von einem Menschen. Man möchte sie einfach knuddeln, so strahlend ist ihr Lächeln, so positiv ihr Wesen. Genudelt klettern wir nach fast vier Stunden Essmarathon ins Bett und träumen von Emu-Prosciutto, Buschtomatenbrot, Lemon-Myrtle Sorbet und Wasserbüffelsteak.Wir ziehen uns auf den Campground zurück, duschen, springen in den Pool und genießen einen faulen Nachmittag im Schatten. Abends geht es luxuriös-dekadent zum fünfgängigen „Sound Of Firelight“-Dinner mit erlesenen Speisen und Weinen. An edel gedeckten Tischen am offenen Lagerfeuer wird in persönlichen Rahmen (nur vier Tische) eine geschmackliche Explosion nach der anderen serviert. Alle Gerichte sind mit indigenen Gewürzen zubereitet und überraschen mit Geschmacksrichtungen die dem westlichen Gaumen fremd sind. Die Köchin ist Aborigine und eine Seele von einem Menschen. Man möchte sie einfach knuddeln, so strahlend ist ihr Lächeln, so positiv ihr Wesen. Genudelt klettern wir nach fast vier Stunden Essmarathon ins Bett und träumen von Emu-Prosciutto, Buschtomatenbrot, Lemon-Myrtle Sorbet und Wasserbüffelsteak.

OCT
02

back on track

Zurück in der Realität, der Wecker klingelt um 6 Uhr. Morgenroutine, Aufsitzen, Abfahrt! Heute geht es über die Meerenie Loop Road in die West Macdonnell Range. Noch schnell den Reifenluftdruck etwas verringert um auf der Schotterpiste nicht sämtliche Zahnfüllungen zu verlieren, am Roadhouse die notwendige Permit zum Befahren der Loop Road eingeholt und schon brechen wir auf. Unterwegs liegt der Gosse Bluff, ein eindrucksvoller Meteoritenkrater mit etwa 5km Durchmesser. In das Innere des Kraters führt ein Allrad-Track, den wir auch gleich unter unsere (bzw. Dorothy’s) Räder nehmen. Nach einem Mittagsimbiss mit Sandwichs fahren wir weiter nach Norden bis wir auf einmal meinen in der Heimat der Teletubbies zu sein. Hunderte konische Erdhügel reihen sich aneinander und wir sind darauf gefasst, dass gleich Tipsy, Twinky, Lala und Poo um die Ecke gewackelt kommen. Die vier haben heute wohl frei und wir wollen ja auch weiter. Die West Macdonnell Range hat viele Schluchten und permanente Wasserlöcher zu bieten. Durch erstere kann man zu zweiten wanderen um darin zu baden. Das machen wir dann auch, sterben aber fast an Unterkühlung als wir in das erste Wasserloch springen. Da die Pools von unterirdischen Quellen gespeist werden und die meiste Zeit des Tages im Schatten liegen ist das Wasser eiskalt – zumindest in Relation zur Lufttemperatur. Unser Nachtlager schlagen wir am Ellery Creek Big Hole auf. Nach einer Runde im dortigen Wasserloch machen wir Lagerfeuer und grillen über der Glut unsere letzten Känguruhsteaks. Dazu gibt es köstlichen Damper, den wir in der Glut backen. Der Sternenhimmel zeigt sich von seiner besten Seite und wir sitzen so lange am Feuer bis unsere Klamotten wie geräuchert riechen.

OCT
03

alice springs

Auf dem Weg nach Alice Springs liegen noch ein paar Canyons und Creeks die wir besichtigen und erwandern. Je näher wir nach Alice kommen umso voller werden die Straßen und schließlich fahren wir durch die ersten Vorortsiedlungen und auf einmal sind wir mittendrin. Ampeln, Kreisverkehre, laute Musik aus dem Auto neben uns – die Zivilisation hat uns wieder. Alice Springs ist mit ca. 25.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Northern Territory und der Dreh- und Angelpunkt für die Mitte Australiens. 1871 entstand hier eine Telegrafenstation, um die herum bald eine Siedlung wuchs. Heute ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle und die Einwohner sind nie verlegen wenn es darum geht, weitere Attraktionen zu schaffen. Am bekanntesten ist wohl die Henley-On-Todd-Regatta, die aus Wassermangel im ausgetrockneten Flussbett des Todd Rivers stattfindet, und bei der die Boote getragen werden. Oder das Beanie Festival, bei dem über 5.000 Teilnehmer aus aller Welt Strickmützen tragen, prämieren und in Massenstrickveranstaltungen herstellen. Kamelrennen, Rentner-Olympiade, irgendwas gibt es immer zu feiern und das Bier fließt dazu in Strömen. Wir begnügen uns erst einmal mit dem klassischen Besichtigungsprogramm nachdem wir auf dem Campground eingecheckt und drei Maschinen Wäsche gewaschen haben. Wir besichtigen die Telegraph Station, besuchen die School of Air, in der die Kinder auf den abgelegenen Farmen via Funk unterrichtet werden, fahren zum Royal Flying Doctor Service. Der hat mit riesigen finanziellen Problemen zu kämpfen und benötigt jeden Dollar um seinen Dienst aufrechterhalten zu können. Mit unseren Eintrittsgeldern in das Museum haben wir unseren Beitrag zur ärztlichen Grundversorgung in den entlegenen Gebieten geleistet, hoffen aber gleichzeitig, diesen nie in Anspruch nehmen zu müssen.

Nach all der Kultur müssen wir uns nun um das leibliche Wohl kümmern. Unsere Vorräte sind aufgebraucht und müssen für die zweite Hälfte der Reise aufgefüllt werden. Der Einkaufsmarathon wird durch ein Gesetz verkompliziert, das wir im Northern Territory noch öfters zu spüren bekommen werden. Es geht um den sogenannten Liquor Act, also ein Gesetz das den Verkauf von Alkohol regelt. Da ein Großteil der Aboriginies sich ausschließlich von Alkohol zu ernähren scheint wurden Maßnahmen ergriffen, um sie von dieser Nahrungsquelle großteils abzuschneiden. Bei unserem ersten Besuch vor vier Jahren haben wir festgestellt, dass vor den Alkoholgeschäften große Scharen von Aboriginies herumlungerten. Bereits damals gab es Einschränkungen für die von Sozialhilfe lebenden Ureinwohner; sie bekamen jeden Montag Sozialhilfe ausgezahlt, konnten aber nur von Mittwoch bis Samstag Alkohol kaufen. Damit sollte sichergestellt werden, dass wenigstens ein Großteil des Geldes in Nahrungsmittel investiert wird. Jetzt gibt es weitreichende Einschränkungen, die alle Alkoholkonsumenten betreffen. Bis 14 Uhr darf überhaupt kein Alkohol verkauft werden, die beliebten „Casks“ – das sind 2-Liter Kartons mit Wein erst ab 18 Uhr, und dann auch nur ein Karton pro Person und Tag. Um das zu überwachen muss man beim Kauf den Führerschein vorlegen, dessen Nummer vom Kassierer eingegeben wird und in einer zentralen Datenbank landet. Somit kann man auch nicht bei einem anderen Geschäft nochmals einkaufen. Wer nun wie wir seine Vorräte für einen längeren Zeitraum anlegen möchte kommt durch diese Regelung unter Umständen ganz schön in Schwierigkeiten. Wir müssen also unseren Weineinkauf auf den Abend verschieben und fahren zurück zum Campingplatz um zu grillen und ziehen später noch einmal los.

OCT
04

retail therapy

Samstag, endlich Wochenende! Nach der harten Woche haben wir uns heute mal ein bisschen Erholung verdient. Der Wecker bleibt aus und wir schlafen lange (im konkreten Fall bis 7.30 Uhr), frühstücken gemütlich und lange und fahren dann in die Stadt zum Bummeln. Den Nachmittag verbringen wir im Schatten der Bäume auf dem Campingplatz, lesen, dösen, schreiben diese Zeilen. Nach 18 Uhr noch mal zum Liquor Store um Wein zu kaufen, dann noch im Supermarkt die frischen Vorräte (Brot, Gemüse, Obst) für die nächste Woche ergänzt. Zum Abendessen gehen wir ins Bojangles, eine Institution in Alice Springs mit obszön großen Portionen und einem guten Schuß Outback-Pub-Atmosphäre. Nach einer Stunde mit vielen Menschen in einem geschlossenen Raum wollen wir aber lieber wieder an die frische Luft und die Ruhe und die Sterne genießen. Wir sind wohl nach der Reiserei der letzten Wochen nicht mehr kompatibel mit solchen Menschenansammlungen und ziehen die Einsamkeit vor.

OCT
05

richtung norden und dann immer geradeaus

Es heißt mal wieder Kilometer fressen. Die Region nördlich von Alice hat wohl nur für Liebhaber und Mehrfachurlauber etwas zu bieten. Ansonsten heißt es aber: Gas geben und durch. Bis zu den Devils Marbles, ca. 420 km nördlich von Alice Springs gibt es nicht wirklich etwas was des Anhaltens lohnenswert wäre. Außer dass man kurz hinter Alice den Wendekreis des Steinbocks kreuzt und ab sofort offiziell in den Tropen ist. Bei den Devils Marbles, die praktischerweise neben dem Highway liegen, bremst aber jeder Autofahrer. Auf einem großen Feld verstreut liegen hunderte von bis zu 8 Meter großen Kugeln verstreut. Manche sind zu großen Haufen aufgetürmt, andere balancieren pittoresk übereinander – scheinbar eben ein Werk des Teufels. Den Eingeborenen ist dieser Platz sehr suspekt, und deswegen ist der Ort ihnen nicht heilig (so wie das sonst bei den meisten interessanten Plätzen der Fall ist). Daher kann man nach Herzenslust zwischen den Murmeln herumstreunern, sie besteigen und aus allen Perspektiven begutachten. Die Fliegen freuen sich auf etwas Abwechslung an diesem heißen Tag und wir sind ihre einzigen Opfer. Daher beschließen wir, den Tag nicht schon hier zu beenden sondern noch ein paar Kilometer weiter zu fahren bis Tennant Creek.

Natürlich gibt es auch wieder Fotos zu betrachten